Was ist eigentlich.... Abkleben?

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  • Was iste eigentlich.... Abkleben?

    Was ist eigentlich....Abkleben ?



    Von William
    Eigentlich sollte jeder der ein Fahrzeug hier als "Aufbereitet" einstellt schon ein mal mit dem Thema

    Was ist eigentlich....Abkleben?

    in Berührung gekommen sein. Den Punkt:

    "Auch beim Polieren mit Maschinen besteht sehr schnell die Gefahr sich mit dem Pad die Kunststoffteile, Chrom-leisten, Dekor-leisten, Typenbezeichnung usw. zu beschädigen, z. B. Spritzwasserdüsen welche in der Motorhaube verbaut sind können so sehr schnell abgewetzt werden wenn man mit der Maschine dran kommt und die verwendete Politur hinterlässt natürlich auch ihre Spuren, wie schon erwähnt, meist durch weiße Auskreidungen."

    Mag ich einfach noch ein mal etwas näher ausführen weil gerade dieser meist irreparabel ist, wenn es denn mal in die Hose gegangen ist. Klar gibt es auch chemische Reaktionen und ebenso Auskreidungen, aber beides kann man oft noch entfernen. Beschädigungen durch die Poliermaschine sind da! Und bleiben es auch.

    Zu dem wird viel zu oft meistens unsinnig abgeklebt. Scheinwerfer, ganze Kühlergrills oder andere Dinge um sie vor Polierstaub zu schützen. Das ist ja so nicht falsch, ABER wenn man dafür die entscheidenden Bauteile oder Teilbereiche vergisst ist es nun mal Murx. Dabei liegt es gar nicht daran das die Show It Off Ersteller dann nicht Kritik fähig sind wenn man es Ihnen sagt. Viel mehr fehlt es am Verständnis. Das wiederum ist nur schlimm wenn man sich vehement dagegen wert neues zu lernen.

    Aber genug der Einleitung:

    Grundsätzlich sind Exzentermaschinen meist weniger gefährlich als Rotationsmaschinen. Die Wahrscheinlichkeit das man einen Fehler in den Lack bekommt sind geringer, aber das Ergebnis ist meist das gleiche. Durchpolierte Lackstellen kosten das gleiche, egal ob sie von einem Rotationspolierer erzeugt wurden oder von einem Exzenter.

    Und genau das Durchpolieren ist das Problem. Viele Internetvideos zeigen dampfende Motorhauben. Da wurde dann auf geraden Lackflächen versucht so lange zu polieren bis der Lack weg ist. Sieht immer cool aus, mit dem Ergebnis- das es Ewigkeiten dauert bis der Lack weg ist, man kann also beruhigt sein. Das Problem an der Sache soll folgende Grafik ein mal verdeutlichen




    Das ganze zeigt eine Kante im Blech. Das gleiche lässt sich auch auf eine Türkante oder was auch immer übertragen. Überall wo der Lack nach dem lackieren weg fließen kann.
    Stelle A ist eine gerade Fläche, Stelle B eine Kante

    Blau steht dabei für das Blech
    Grau für die Grundierung
    Orange für den Basislack
    Hellgelb für den Klarlack

    Viele denken jetzt wenn sie irgendwo mit einem Schichtdickmessgerät 80 oder 100µm ermittelt haben ist das auf dem ganzen Lack so



    Dem ist aber nicht so. Messen kann man nur Stelle (A). An der Stelle (B) sieht es ganz anders aus. Dort ist der Lack extrem viel dünner. So viel dünner, dass ich in vielen Fällen keine Kratzer in 5mm Abstand von den Kanten entferne. Das Ganze passiert einfach aus dem Grund, das Lack nach dem auf spritzen, egal ob Grundierung, Basislack oder Klarlack, nicht sofort trocken ist. Er bewegt sich. Er fließt noch regelrecht von den Kanten weg. Das Ganze hat weniger mit der Schwerkraft zu tun die sicher auch einen erheblichen Einfluss hat, als das der Lack dort eine größere Fläche überdecken muss. Ein Sprühgang auf einer geraden Fläche deckt besser als ein Gang auf einer unebenen.

    Lange Rede, kurzer Sinn. Dünn ist es an Ecken und Kanten.

    Wie gesagt, das kennt jeder:

    Gummidichtungen



    Plastik an zum Beispiel Spiegelkappen



    Schriftzüge und Typenschilder:



    Wie gesagt alles richtig und auch "Abklebenswert"

    Um den Faktor 10 gefährlicher ist es aber etwas weiter oben. Sieht so noch gar nicht schlimm aus.



    So aber schon:



    Wenn man mal ein Pad drauf legt sieht man den Absatz noch besser:



    Hier ein Beispielbild bei dem zum Glück abgeklebt wurde, damit man zum einen sieht welche Kräfte wirken, bzw welcher Abtrag dort zustande kommt.



    (Danke Himmel für das Bild)



    Dabei ist zu sagen das wir vorhin festgestellt haben das dort der Lack besonders dünn ist. Dazu kommt aber noch die Gefahr das man auf unebeben Flächen grundsätzlich das Problem hat das man mit dem Teller falsch aufliegt. Folgende Grafik soll das verdeutlichen




    bei A) hat sich doch jetzt schon jeder mal erwischt. Glück gehabt wenn es gut gegangen ist. Ihr könnt euch aber sicher sein, dass ihr nun an der Kante Lack abgetragen habt, so das es vielleicht beim zweiten mal, obwohl ihr nur kurz drüber geht, aber zum Durchpolieren kommt. Lack geht halt nur runter und nicht wieder drauf.

    Wie fährt man nun? Oberhalb der Kante einfach nur so wie in B dargestellt fahren. Also nicht über die Kante sondern maximal 10 % drüber. Das hat zum einen den Vorteil, dass man an der Kante/Fläche nichts abträgt (blauer Pfeil (A)), zum anderen trägt man dafür an den flachen Stellen (Lila Pfeil (A)) erst mal wieder etwas ab, was man ja will um zu korrigieren. Gebt euch nicht der Illusion hin, dass bei dem lila Pfeil was passiert. Auch wenn das Pad im realen Leben dort nicht in der Luft hängt, überträgt es an der Stelle keinen oder nur sehr wenig Druck, dafür halt fast alles am blauen Pfeil. Fahrt ihr, so wie in B) gezeigt, passiert euch da schon mal nichts mehr. Die andere Kante muss abgeklebt werden C) und man fährt von der anderen Seite ran. Man schafft es nämlich nie nur so weit zu fahren, dass man nicht an die andere Kante stößt, stolpert mal, die Maschine läuft mal weg oder man hat kurz nicht genügend Kraft. Zack!

    Sieht in der Praxis so aus:



    Zack schon kann man wirklich bis fast zur Kante korrigieren



    Wirklich auch sehr flache Überstände abkleben! Hier denkt man es erst mal nicht, aber gerade an Plastikteilen kommt noch dazu das zum einen der Lack grundsätzlich weniger hält, zum anderen können die die Wärme langsamer abtransportieren als Metall:



    Grundsätzlich besteht natürlich auch weiterhin die Gefahr das was passiert. Aber Genfahrminimierung heißt das Zauberwort.



    So ich hoffe ich habe den den oder anderen etwas neues zeigen können. Viel zu oft habe ich mir hier eine blutige Nase geholt wenn ich in Show it Offs darauf hingewiesen hatte, dass das abkleben so überflüssig war wie es vorgenommen wurde. Ob Lamborghini oder Golf, das Auto was man poliert macht nicht den Aufbereiter. Sondern wie sorgfältig und Gefahren minimierend man vorgeht macht den Profi aus. Es bringt nämlich nur wenig wenn man sich das Kabel der Poliermaschine zwar über die Schulter hängt, aber nicht weiß wo die wirklichen Gefahren herrschen, gerade wenn man fremde Fahrzeuge bearbeitet.

    In diesem Sinne,

    Grüße

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