Maschinenpolituren – Welche Politur für welchen Zweck?

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  • Maschinenpolituren – Welche Politur für welchen Zweck?

    Viele kennen die Situation oder können sich noch dunkel daran erinnern – die Entscheidung ist gefallen, eine vernünftige Poliermaschine ist angeschafft. Aber wie geht´s jetzt weiter? Auf dem Markt tummelt sich eine schier unüberschaubare Menge an unterschiedlichsten Produkten für alle erdenklichen Einsatzgebiete. Also was nehmen?

    Ein erster Schritt bei der Entscheidungsfindung ist, sich einmal mit den unterschiedlichen Kategorien vertraut zu machen. Diese lassen sich in 5 Überbegriffe einteilen:

    -Schleifpolitur
    -Feinschleifpolitur
    -Hochglanzpolitur
    -Glanzverstärker
    -Chemische Lackreiniger

    Die Schleifpolitur

    Die Schleifpolitur wird auch als “Compound” bezeichnet. Oft als gefährliches Teufelszeug verschrien ist sie richtig angewendet in manchen Fällen unverzichtbar und sicher in der Anwendung. In jedem Fall soll die Verwendung eines Compounds immer mit Bedacht erwogen werden, da die Lackstärke stark belastet wird. Deshalb auch nicht für den regelmäßigen Einsatz geeignet. Kommt erst zur Anwendung, wenn eine Feischleifpolitur in Verbindung mit Harten Pads nicht mehr ausreicht.

    Bei den Compounds handelt es sich um Polituren mit maximaler Abrasivität die bei der Entfernung grober Lackdefekte oder der Beseitigung von Nassschleifaktionen zum Einsatz kommen. Verarbeitung mit einem harten Pad oder Lammfell. Nacharbeiten mit milderen Polituren sind notwendig.

    Naturgemäß eignet sich eine Rotationsmaschine für die effektive Verarbeitung eines Compounds. Wer aber einen Excenter besitzt, der das Arbeiten mit unterschiedlich großen Stütztellern und Pads erlaubt, kann diese Art der Politur noch adäquat verarbeiten. Kleinere Pads erhöhen die Agressivität einer Ecxentermaschine. Natürlich eignet sich das 4 Inch-Pad nur für die punktuelle Bearbeitung von Fehlstellen und weniger für den Einsatz an einem kompletten Fahrzeug.

    Um einen praktischen Bezug herzustellen seien an dieser Stelle einige gängige Vertreter dieser Politurgattung genannt: Meguiars # 85 Diamond Cut Compound, und 3M Perfect-it III Schleifpaste 09374.




    Die Feinschleifpolitur

    Die Feinschleifpolitur wird auch als Cutting-Polish bezeichnet. Mit ihr kann ein Großteil alltäglicher mittelschwerer Lackdefekte beseitigt werden. Es handelt sich um eine Politurart mittlerer Abrasivität. Nacharbeiten mit milderen Polituren sind auf dunklen Lacken meist notwendig. Kommt immer dann zum Einsatz, wenn die Hochglanzpolitur mit einem mittleren Pad nicht mehr für die Defektbeseitigung ausreicht.

    Die Verarbeitung kann mit Rotationsmaschinen und Excentermaschinen in Verbindung mit 6,5-Inch Pads erfolgen. Im Excenterbetrieb kann auch hier durch den Wechsel auf 4-Inch Pads die Agressivität gesteigert werden.

    Um einen praktischen Bezug herzustellen seien auch an dieser Stelle einige gängige Vertreter dieser Politurgattung genannt: Meguiars #83 Dual Action Cleaner Polish und 3M Perfect-it III Feinschleifpaste 09375.




    Die Hochglanzpolitur

    Die Hochglanzpolitur wird auch als Light-Cutting-Polish oder Finishing-Polish bezeichnet und stellt den letzten Schritt vor der Lackkonservierung dar. Die Hochglanzpolitur besitzt nur noch wenig Abrasivitität und ist deshalb nicht zur Bearbeitung größerer Defekte geeignet. Ihre Aufgabe liegt in der Verfeinerung des Lackbildes bei feinsten Swirls und der Beseitigung von Polierspuren agressiverer Polituren.

    Die Verarbeitung kann mittels Rotationsmaschine oder Excentermaschine erfolgen. Immer in Verbindung mit einem weichen, maximal mittelharten, Pad.

    Typische Vertreter dieser Gattung sind beispielsweise Meguiars #82 Swirl Free Polish und 3M Perfect-it III Hochglanz Maschinenpolitur 09376




    Der Glanzverstärker

    Besser bekannt unter der Bezeichnung Glaze. Keine Politur im deutschen Wortsinne, da Glazes keinerlei Abrasivität besitzen. Deshalb zur Defektbeseitigung vollkommen ungeeignet.
    Glazes sind die „Wellnesskur“ für den Lack und kein zwingender Bestandteil einer Aufbereitung. Sie stellen das letzte Schmankerl nach der Hochglanzpolitur dar, indem sie mit reichlich pflegenden Ölen durchsetzt den behandelten Lack nähren und den Wetlook und Tiefenglanz erhöhen. Ihre volle Wirkung entfalten Glazes nur auf dunklen Lacken, auf hellen Farben wie beispielsweise Silber wird der Effekt hingegen kaum wahrgenommen werden.

    Glazes werden zwischen der Politur und der letztendlichen Lackkonservierung angewendet. Ihre Verarbeitung erfolgt in der Regel von Hand mit einem weichen Auftragspad oder Tuch. Beispielsweise sei hier das Meguiars #5 New Car Glaze genannt.



    Der chemische Lackreiniger

    Chemische Lackreiniger gehören nicht in die Gattung der Polituren, sollen aber der Vollständigkeit Ihre Erwähnung finden.

    Teilweise werden diese Reiniger auch als Precleaner bezeichnet. Diese Produkte arbeiten schleifmittelfrei und erzielen ihre Wirkung ausschließlich auf chemischem Wege und/oder durch enthaltene Polieröle. Defektbeseitigungen sind daher nur sehr begrenzt möglich, da kein mechanischer Lackabtrag erfolgt . Ihre Hauptaufgabe liegt in der Anwendung auf bereits defektfreien Lacken (z.B. Neuwagen, frisch aufbereitete Fahrzeuge) um letzte Polierspuren oder alte Wachsschichten sicher zu entfernen und die Oberflächen optimal auf die folgende (Neu)konservierung vorzubereiten. Optimaler Weise wird ein Precleaner vom selben Hersteller wie der anschließenden Konservierung verwendet. Ein schleifmittelfreier PreCleaner ist zum Beispiel jener von Liquid Glass.


    Einige Precleaner sind für die maschinelle Verarbeitung geeignet, andere nicht. Eine pauschale Aussage kann hier nicht getroffen werden, die Anwendungshinweise der Hersteller sind zu beachten.

    Glänzende Grüße,
    Senior

    Autos helfen ein wenig, die Zeit einzusparen, die sie in Anspruch nehmen.

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