[Audi A3] [daytonagrau Perleffekt] [Nassschliff] [Gyeon Wetcoat] dem grauen die Haut gestrafft...

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    Achtung ab dem 25.5.2018 greift die DSGVO, weitere Infos dazu findet Ihr hier: Datenschutzerklärung, Nutzungsbestimmungen und Forenregeln.

    • [Audi A3] [daytonagrau Perleffekt] [Nassschliff] [Gyeon Wetcoat] dem grauen die Haut gestrafft...

      Hallo Freunde des gepflegten Lackes.

      lange ist es her, dass ich einen Show it off gepostet habe (fast 1 ganzes Jahr), aber noch länger ist es her, dass ich das letzte mal den Schleifeimer rausgeholt habe:

      2 – lange – Jahre hat der Moosgummiblock und das Nassschleifpapier komfortabel im Regal geruht – doch kurz nach Pfingsten war es wieder so weit: es wurde geschliffen!

      Der gute Hugo @Eric.Blue fragte an ob ich mir vorstellen könnte mal wieder so eine große Aktion zu machen – warum also nicht.

      Um was für ein Auto handelt es sich?

      Audi A3
      Baujahr 2013
      Kilometerleistung: 3xxxx
      Farbe: grau

      Verwendete Hilfsmittel:

      3M Fastcut+
      Menzerna PF2200
      Menzerna SF4000
      400 Meter 3M Klebeband – ja vierhundert
      16 Bögen 2000 Nassschleifpapier
      13 Bögen 2500 Nassschleifpapier
      2 Moosgummischleifklötze
      30 Scheiben Abralon 3000
      20 Scheiben Abralon 4000
      Diverse Lupus Tücher (teilweise nicht mehr erhätlich) + 530 + 480 + All Purpose Tücher
      5 Waschhandschuhe (Lupus Premium Wash Mitt und Petzoldts Waschhandschuh)
      20 weiße Menzernapads
      11 orangene Lake Country Pads
      1 Menzerna Lammfell
      2 Rupes grün + 2 Rupes blau
      1 Liter Isopropylalkohol
      20 Liter Wasser fürs Schleifen
      250 ml Gyeon WetCoat
      Gyeon Foam

      Flex PE 14-2 150
      Rupes Duetto
      Lupus 6100 8mm
      Lupus 6100 21mm

      Diverse Kleinteile wie Zahnstocher, Ohrenstäbchen, etc.

      Beginnen wir den Show it off mal wieder etwas anders wie sonst. Hugo kam Mittwoch Nachmittag im schönen Baden-Württemberg an. Der A3 wurde zum abkühlen nach der langen Fahrt in die Garage gestellt und wir begannen erstmal mit dem gemütlichen Teil: fachsimpeln bei dem einen oder anderen Bierchen. Da das Ganze aber auf Dauer etwas anstrengend ist gab es gegen später noch einen kleinen Hackbraten aus dem Dutch Oven.



      Am nächsten Morgen bezahlte der gute Hugo mit körperlicher Arbeit für seinen Übernachtungsplatz 1x mit Staubsaugen:



      Und durch Abspülen:



      Ich hab den armen Kerl ja schon fast nicht mehr aus meiner Küche bekommen, daher waren wir dann auch etwas spät dran um den Orangenhaut A3 zu waschen.



      Hier eine Bestandsaufnahme... wirklich schrecklich wie der Hugo sein Auto so verkommen lässt =)=)=)







      Hier mal ein bisschen Orangenhaut:



      Lets go:





      Verwendet wurde Gyeon Foam um den Schmutz einzuweichen.

      Wie ihr sicher anhand des Ausgangszustands erkennen könnt war das waschen eher unspektakulär, daher an dieser Stelle keine Bilder davon.

      Auch das Kneten war jetzt nicht so ergiebig...



      ... hier die Knete nach einem halben Auto (inklusive Schweller)



      Nach dem Kneten wurde abgeklebt. Viel abgeklebt.





      Bevor ihr jetzt alle bei Lupus/Petzoldts wie die großen Nassschleifpapier und Moosgummiklötze kauft möchte ich nochmal in ALLER Deutlichkeit darauf hinweisen, dass die hier gezeigten Arbeiten nichts für Anfänger sind. Wer kein Gefühl für den Lack hat und bei Aufbereitungen noch überlegen muss mit welchem Bauteil er/sie anfangen soll hat an einem Schleifblock NICHTS verloren. Ihr habt schonmal mit dem Kovax Block geschliffen und denkt euch das war doch garnicht so schlimm? Auch dann lasst noch die Finger davon, ihr macht euch selbst keine Freude.

      Wer schon zig Autos aufbereitet hat und die Poliermaschine blind mit hinter dem Rücken verbundenen Händen über den Lack führen kann der sollte sich eine Motorhaube vom Schrott holen und erste Erfahrungen sammeln.

      Abgesehen von den benötigten Fähigkeiten möchte ich euch noch dringend auf 2 Dinge aufmerksam machen:

      1. ihr benötigt sehr viel Zeit. Alleine für die Motorhaube kann zum Schleifen und wieder aufpolieren gut und gerne ein Arbeitstag (8h ohne Pause) drauf gehen - und dann seid ihr schnell. Lasst euch von einem im 1. Augenblick optimalen Ergebnis nicht täuschen: es sind selbst nach einem Durchgang mit einer groben Schleifpaste gerade in der Randregion noch mehr als genug Schleifspuren drin.

      2. ist der Sinn der Klarlackschicht nicht nur, dass sich unsere Pads beim polieren nicht verfärben, sondern vielmehr ist der Klarlack ein wichtiger UV-Schutz für den darunterliegenden Farblack. Mit einem Nassschliff und dem anschließenden Aufpolieren des Lackes reduziert ihr die Schichtstärke des Klarlacks um ca. 20-30% wie ihr euch sicher vorstellen könnt ist das für den UV-Schutz nicht gerade zuträglich :rtfm:

      Und anschließend das Schleifpapier geschwungen. Begonnen wurde mit 2000 Matador von Hand auf Moosgummiblöcken. Anschließend wurde ein Durchgang mit 2500er Körnung ebenfalls von Hand geschliffen. Hierbei ist es wichtig, dass man wirklich penibel darauf achtet die 2000er Spuren zu entfernen. Jede Minute die man hierfür mehr investiert sind später 5 Minuten die man sich sonst beim Polieren ärgert.



      Die dunklen Flecken sind übrigens die Orangenhaut. Wenn ihr mehr zum Schleifvorgang erfahren wollt lest euch bitte den Bericht von meinem A4 (KLICK) durch, da habe ich alles gründlicher beschrieben.





      Langsam aber sicher wird’s mit dem 1. Durchgang:



      NOCH mit guter Laune bei der Arbeit =)



      Fast fertig:



      Nach dem 2500er Durchgang wurde mit 3000er und 4000er Abralonscheiben auf der Exzentermaschine das Schleifbild verfeinert. Das Ausklopfen der Schleifscheiben sollte ab und zu nicht vergessen werden.



      Zum Schleifen mit der Maschine hat sich besonders die neue Lupus 6100 Pro 21mm Hub mit dem „Serien“teller geeignet =)

      Noch ein Hinweis: bitte passt beim verwenden der Maschinen auf, ihr arbeitet mit Elektrogeräten die in China zusammengeschustert werden an einem Arbeitsplatz der 2 Minuten vorher noch komplett unter Wasser stand. Passt auf, dass euch kein Wasser in die Maschine tropfen kann, und auch das Kabel bzw. der Stecker kein Wasser berührt. Dass man beim Arbeiten mit elektrischen Geräten NICHT im Wasser/auf feuchten Stellen stehen sollte muss ich wohl nicht noch extra erwähnen, oder? Achtet bitte auch darauf, dass die Abralonscheiben nach dem Auswaschen wieder richtig trocken sind bevor ihr sie auf die Stützteller klettet.

      Es deutet sich an: Nassschliff ist auch nach 2 Jahren noch ein schmutziges Geschäft =)



      Nach dem 4000er Schliff stellen sich auch schon wieder die 1. Reflektionen ein. T



      Nach dem 1. Beispielstück durfte der Hugo dann alleine weiterarbeiten und wir konnten unsere Arbeitsgeschwindigkeit erhöhen.

      Die geschliffenen Stellen Perlen teilweise auch richtig toll :lvit:



      Extrem homogenes Schleifbild:



      Wer das 1. Mal Schleift sollte definitiv NICHT so nahe an die Kanten gehen, lasst lieber 1cm Luft und seht zu, dass ihr die Spuren wieder richtig rausbekommt! Der Streifenlook stand dem A3 allerdings echt gut!



      Für schmale Stellen wurden die kleinen (70mm) Abralonscheiben auf die Rotationsmaschine geklettet.



      Dank 3M Band kein Problem: mit dem Schleifpad über Kanten rutschen.



      Abschiedbild vom 1. Arbeitstag:











      Ja, es ist wirklich anstrengend =)=)=)



      Hier mal der Müllberg des 1. Tages:



      Neuer Tag neues Glück. Das Dach ist beim Nassschleifen die Hassstelle schlechthin, was definitiv an der großen Fläche liegt. Also gingen wir das zuerst an.

      2000er Schliff:



      Hugo macht auch auf einem Eimer stehend eine gute Figus:



      2500er Schliff:



      3000er Schliff:



      Fondtür auf der Fahrerseite vorher:



      2000er Schliff



      2500er Schliff



      Unten mitgeschliffen:



      3000er Schliff:



      4000er Schliff:



      Fertig mit schleifen:



      Dieses Silicat-Klarlackgemisch ist übrigens echt hartnäckig was das Abwaschen angeht. Passt also bei empfindlichen Materialien etwas auf!



      Hugo @work:



      An dieser Stelle war ich fertig mit Schleifen...:





      Hier mal ein GIF von der Motorhaube von den zahlreichen Polierschritten. Nach ein paar Testspots war die Traumkombination gefunden: weißes Menzerna Pad, 3M Fastcut+ und 2000 Umdrehungen pro Minute. Achtung Mädels, diese Kombination ist nichts für Anfänger! Bitte nicht verwenden wenn ihr nicht die nötigen Fähigkeiten (oder Geldbeutel =) ) habt. 2000 Umdrehungen und die Politur erzeugen einen ENORMEN Cut der Kanten schneller durchpoliert als ihr „Poliermaschine“ sagen könnt.

      Anschließend ein Durchgang mit der Menzerna SF4000 auf einem orangenen Lake Country Pad. Um für den passenden Glanz zu sorgen!



      ...Hugo schliff noch weiter:



      Das ist so der Abstand den ihr beim 1. Mal Schleifen vom Rand einhalten solltet:



      Schleifspuren? Welche Schleifspuren?



      Freihand 50/50... wer errät welche Seite schon poliert ist? =)



      Kleine Restspuren...



      Orangenhaut? Vergiss es!



      Ist wirklich das grau vom Hugo seinem A3... wirkt fast wie mein Ebonyschwarz!





      Fast geschafft...



      Wie man sieht muss der Hugo noch mit der 4000 übers Dach, sonst sieht das doch schonmal ganz gut aus :lvit:



      Das wars auch schon mit den @work Aufnahmen. Ich habe mich an diesem Punkt in mein Büro verdrückt (mittlerweile war das Wochenende vorbei) und den Hugo den A3 nochmal waschen lassen. Als Schutz wurde nach dem Waschen das Gyeon WetCoat aufgetragen.

      Einige von euch werden sich jetzt sicher fragen warum man nach so viel Arbeit „nur“ das Wetcoat aufträgt. Der Grund dafür ist so nervig wie banal: nach einigen Wäschen kommen einfach nochmal ein paar Schleifspuren raus. Wer hier 100€ an Versiegelungsmaterial auf den Lack geknallt hat will am liebsten aus dem Fenster springen. Daher kommt jetzt für den Sommer immer ein bisschen Wetcoat auf den Lack und dann vor dem Winter gibt’s die richtige Versiegelung.

      Hier mal ein Paar Bilder vom Wetcoat auf dem nackten Lack:





      Absolut Bombe was das Zeug kann :lvit:





      Nach 4 Wochen und 3000 Kilometern sieht das Material immernoch sehr gut aus – im Verhältnis zu Verarbeitung einfach der Hammer!

      Jetzt war es Zeit sich vom Hugo zu verabschieden... hier noch ein kleines Bildchen... 2 geschliffene Audis, das gab es zuletzt HIER.

      Der Hugo war so freundlich mir nach der nächsten Wäsche noch ein paar Finish Bilder in passender Umgebung zukommen zu lassen.

      Hier mal der Gesamteindruck:



      Ja, ich weiß furchtbar... das Auto... die Berge... das ist schon fast zu kitschig.

      Schauen wir lieber mal genauer hin:



      Viel Spaß Hugo wenn du das 1. Mal zum Beulendoc darfst... die Drücken die Dellen nämlich auch nicht spurlos raus, sondern hinterlassen meistens eine "Spitze", bei normalen Autos nicht sichtbar - aber bei geschliffenen Kisten springt es dich förmlich an.

      Aber wir wollen uns das Ergebnis auch noch aus anderen Blickwinkeln ansehen:



      Die Sprüche über den schönen Rücken kennt ihr ja alle schon...

      Aber auch der Hüftschwung weiß zu begeistern:



      Schicker Vorderbau...



      Und nochmal kurz vor Schluss eine Spiegelung...



      Sag mal Chuuuuugooooo, gibts bei euch eigentlich auch was anderes als Wiesen und Berge? =)



      Der bebilderte Teil ist an dieser Stelle zu Ende.

      Danke Hugo für 5 1/2 super geile Tage. Es hat Spaß gemacht mit dir zu Arbeiten und Abends auf dem Balkon zu sitzen und bei dem einen oder anderen Bierchen Geschichten aus dem Leben zu erzählen. Bleib so wie du bist.

      Vom technischen her war das mal wieder eine anstrengende Geschichte. Vor allem bis ich die passende Kombination gefunden hatte um die Schleifspuren wieder aus dem Lack zu stemmen bin ich beinahe verzweifelt. An dieser Stelle Danke an 3M für diese wunderbare Oldschoolpaste die einen Haufen Drehzahl benötigt um anständig zu arbeiten - dann aber ordentlich Cut liefert.

      Danke an alle die hier den ganzen Roman gelesen haben und immernoch dran sind, ich hoffe ihr hattet Spaß beim Lesen und habt was gelernt.

      Und bitte, bitte bitte: schätzt euer Können ehrlich ein bevor ihr sowas startet; ein Nassschliff kann schnell in die Hose gehen und extrem teuer werden.

      Viele Grüße

      Christian

      "Ich habe nichts gegen Elektroautos. Es ist bloß so: Ich bevorzuge V8-Motoren. Das ist mein Dienst an der Menschheit." Jeremy Clarkson

    • Eine Wahnsinnsleistung, und das Ergebnis spricht für sich.

      :respekt::)_O:respekt:

      Vielen Dank fürs Zeigen, das ist wirklich hochinteressant, auch wenn ich mich selbst niemals an sowas rantrauen würde.

      Viele Grüße
      Steffen

    • Respekt vor dieser Arbeit :shckd:
      Also ich mit meinem können würde mir das zur jetzigen Zeit nicht zutrauen, mein Leon hat das zwar auch minimal aber es stört mich auch nicht..

      Vielen Dank für diesen Hammer Beitrag :lvit::lvit:

      Das wetcoat macht auf den Lack echt einen feinen Eindruck T^

    • Top Arbeit, aber an einem Dailydriver, ich weiss net....aber gut wir reden ja bei unserem Hobby eh nicht von Sinn und Unsinn. :D=):respekt:()!

      Gruß Malbo

      Remember, this hobby is supposed to be your therapy, not the reason you need therapy.
      -Michael Stoops

    • Ähhhh Ja! Dann überlege ich mir das nochmal mit dem Nassschliff meines A3's. :S

      Ansonsten HAMMER Ergebniss.! :respekt:()!

      Auch die Arbeit und Zeit die ihr da reingesteckt habt. :respekt: Das einem da die Motivation nicht irgendwann flöten geht?!
      Aber ich denke, dass es einen schon bei Laune hält, wenn man wirklich mit bloßem Auge sieht wie die Schleifspuren verschwinden. Bei gut gepflegten Autos muss man die Verbesserung im Lack ja erst suchen und sie springt einen nicht direkt an.

      Also noch mal :respekt: an eure arbeit und ein dickes #0da^ für den Bericht @Himmel.

      Grüße


      Christian ;)

    • Schaut aufjedenfall richtig genial aus!

      Ich glaube mir persönlich wäre es zuviel Aufwand, aber das Ergebnis belohnt einen ja.

      Teamarbeit ist immer was feines, vorallem noch mit Forenusern ! :respekt:()!

      War der Wagen von Werk aus so ? Oder wurde er schonmal nachlackiert? Bei dem heutigen Stand der Technik ... hab ich mir ehrlich gesagt ein besseres Lackbild erhofft , wenn der so aus dem Werk kam. :sos:

    Achtung ab dem 25.5.2018 greift die DSGVO, weitere Infos dazu findet Ihr hier: Datenschutzerklärung, Nutzungsbestimmungen und Forenregeln.